Laura

 

„Sie kam, sah, - und blieb…“

Für 2 Jahre und 21 Tage!

Am 21. Mai 2008 (einen Tag vor Fronleichnam) gegen 19.15 Uhr verließ uns Laura dann doch. Obwohl wir aufgrund ihres hohen Alters immer damit gerechnet hatten, kam ihr Tod für uns doch überraschend.

Als sie mit fast 11 Jahren am 30. April 2006 zu uns kam, hatten wir zunächst nicht geglaubt, daß sie unser Leben noch so lange begleiten würde. Trotz ihres Alters, ihrer Herzschwäche und Arthrosen, wollten wir ihr einen schönen und beschwerdefreien Lebensabend bescheren. Wer hätte damals gedacht, daß sie diesen Lebensabend über 2 Jahre noch genießen konnte?

Was wir von dieser alten Hündin gelernt haben, kann nur ein alter Hund lehren: Geduld, Zufriedenheit, Genuß und Spaß am Leben!

Jede Minute mit ihr war kostbar, und sie wuchs mit uns und unserem Rudel so eng zusammen, daß man glaubte, sie wäre „immer schon da gewesen“.

Jeder, der sie kennenlernen durfte, schloß sie sofort ins Herz. Sie war „Jedermanns Liebling“, - und das wußte sie und nutzte es auch schamlos aus. Ihre unbeschwerte und fröhliche Art auf Menschen zuzugehen, das freundliche Anrempeln, das eine Aufforderung zum Streicheln und Schmusen war, ihre altersbedingte trampelige, manchmal auch trottelige Art, ihr Altersstarrsinn und ihre Lebensfreude, brachten nicht nur uns zum Lächeln oder Lachen, sondern bereicherte das Leben vieler anderer, manchmal sogar fremder Menschen.

Laura schloß Freundschaft mit jedem Menschen. Sie bekam die liebevollsten Kosenamen, wie „Miss Marple“, „Knutschkugel“, „Schnullerbacke“, „Omi Laura“, „Ömchen“, „Sabberbacke“, usw.

Und weil sie alt war, verstand sie es auch gut zu „genießen“. Nicht nur das feinste Futter (auch wenn für sie manchmal nur eine Scheibe Brot das größte war), das man ihr ab und zu sogar mit dem Löffel reichte, weil sie so und mit viel Ansprache mehr Aufmerksamkeit bekam, als die anderen Rudelmitglieder; nicht nur das tolle Kissen, das sie partout für sich haben wollte, obwohl es einem Urlaubshund gehörte; nicht nur die Streicheleinheiten, die sie einforderte, bis die Hände zu verkrampfen drohten; nicht nur die Spaziergänge, welche anfangs noch recht lang und ausgiebig, später nur noch kurz, aber immer noch ausgiebig waren…. Sie genoß ihr Leben in vollen Zügen!

Obwohl sie alt war, lernte auch Laura in diesen 2 Jahren noch dazu: sie lernte mit Hilfe einer Schwimmweste schwimmen, sie lernte „Knutschen“ und „Küssen“, - und sie lernte, wie man die Menschen um die Pfote wickelte und ein Lächeln auf ihr Gesicht zauberte.

Wenn sie sich freute und vor lauter Freude den Kopf schüttelte und bellte, weil ihr die Kraft fehlte, um jemanden noch anzuspringen, dann wußte man einfach: Ihr ging es gut! Und jeder freute sich mit ihr!

Und wenn Laura einfach auf den Nachbarn zuging, welcher gerade seinen Garten goss, um ihren Kopf und ihre Schnauze (und ihren Sabber) an seinem Bein zu reiben, dann freute auch er sich, tätschelte sie und nannte sie „meine Freundin“.

Und wenn sie am Nachbarhaus vorbei ging, laut bellte, um unsere Nachbarin mit ihrer Hündin Ronja zum „Seniorenspaziergang“ zu rufen, dann begleiteten auch sie uns immer mit Freude und Spaß.

Und wenn Laura meinte, sie müsste unbedingt gefüttert werden, möglichst noch mit Löffel, dann wurde auch der größte „Macho“ weich, legte sich vor sie auf den Boden, um sie zu füttern.

Und wenn sie im Weg lag, man im Begriff war, über sie zu steigen, und Laura plötzlich den Kopf hob, so daß man unweigerlich über sie stolperte, - so konnte man ihr nicht lange böse sein, denn ihr Blick schien jedes Mal zu fragen: „Wat is?“

Nicht das Herz, die Knochen oder der (bösartige) Hauttumor am Rutenansatz waren letztendlich der Grund dafür, daß wir den Tierarzt rufen mußten, - sondern eine eitrige Gebärmutterentzündung, welche sich quasi über Nacht gebildet hatte. Laura hatte weder Fieber, noch litt sie an Appetitlosigkeit, sie war „nur schwächer“ als sonst, hatte ganz plötzlich milchigen Ausfluß, und erschreckenderweise pflückten wir beim Saubermachen der Vulva zwei Fliegenmaden von ihr!!! Das war das Alarmzeichen, das uns sofort zum Telefon greifen ließ! Zu Recht, wie unser Tierarzt bestätigte: Fliegenmaden auf einem Tier (oder Menschen!) sind ein sicheres Zeichen dafür, daß es zu Ende geht. Eine Operation (Kastration) kam aufgrund ihres Zustands und Alters nicht mehr in Frage.

Laura schlief ruhig und ohne Angst in meinen Armen ein. Es war ein sonniger, aber nicht zu warmer Tag gewesen, Laura hatte einen kurzen Spaziergang hinter sich gehabt, bei dem sie ihren alten Freund Tommy noch traf, sie hatte etwas gefressen, und lag auf ihrem Lieblingsplatz auf der Terrasse (neben dem Terrassenofen).

Nicht einmal die Spritze in die Vene hatte sie bemerkt. Sie schaute mich an, ich drückte – wie so oft zuvor auch – mein Gesicht an ihren Kopf, redete mit ihr, wie ich immer mit ihr gesprochen hatte, wenn ich mich abends vor dem Schlafen gehen von ihr verabschiedete („Schlaf gut, meine Süße! Good girl!“), ihr Kopf wurde schwer, - und dann war sie auch schon eingeschlafen.

Dieses Mal für immer….

Wir sind dankbar für die Erfahrungen, die wir mit dieser alten Hündin machen durften. Laura zeigte uns, dass Zufriedenheit nicht immer mit „großen Dingen“ einher gehen muss!

Britta & Carolin

 

 

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"Ich kam, sah, - und beschloß zu bleiben!"

So könnte Lauras Motto lauten.

Seit dem 30. April 2006, als sie als Pflegehund der Neufundländer-Nothilfe im Alter von fast 11 Jahren zu uns kam, sind nun inzwischen beinahe 2 Jahre vergangen, in denen die alte Dame (liebevoll "Miss Marple" genannt) keinen Tag versäumt zu zeigen, daß sie glücklich ist.
Sie lernte schwimmen und spielen und genießt das Rudelleben, so weit es in ihrem Alter möglich ist. Während sie anfangs noch die langen Spaziergänge mit ihrem Rudel genießen konnte, sind diese "Seniorenrundgänge" inzwischen kurz, aber dafür regelmäßig und intensiv. Sie erhält auch Herz- und Schmerzmedikamente, die sie aber sehr gut verträgt, und welche ihr Leben immer noch "lebenswert" machen. Das Aufstehen bereitet ihr zunehmend Schwierigkeiten, und schwimmen kann sie leider auch nicht mehr.

Aber wenn sie sich pünktlich abends ihre ausgiebigen Streicheleinheiten abholt, dann sagen ihre Augen: "Ich habe beschlossen bei Euch zu bleiben! Und ich bin glücklich!"

Und was hätten wir tun können, außer "Ja!" sagen?

Britta & Carolin Durchleuchter

Lauras erster Tag bei uns

Lauras neues Rudel