Bea

Nachruf auf Bea

Ich bin dankbar, dass sie mich ausgesucht hat, ihre letzten Jahre mit ihr verbringen zu dürfen.


Eigentlich brauchte ich keinen Hund, als ich mich auf eine Zeitungsanzeige für Bea interessierte. "Siebenjährige schwarze Neufi-Hündin abzugeben" stand da. Warum ich angerufen habe, kann ich bis heute nicht erklären, denn ich hatte schon meinen "Dicken". Einen schwarz/weißen Neufi-Rüden. Am Telefon sagte man mir, Bea sei schon weg. Ca. 10 Tage später rief eine gewisse Frau Scheffelmeier bei uns an. Sie wollte alles genau wissen, von wie alt sind Sie bis warum wir eine Neufi-Hündin möchten. Denn die Eigenvermittlung dieser Familie ging wohl in die Hose. Lange Rede kurzer Sinn. Wir sind noch am gleichen Tag (ein Sonntag) gefahren, um uns Bea anzuschauen.

Bea lag verängstigt und völlig abgemagert hinter einer Hundehütte. Ich habe sie gerufen und sie fand mich wohl für würdig, mir ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Sie hatte einen Tumor auf dem Rücken und Zähne, die schmerzten. Was soll ich sagen, Bea hatte sich für mich entschieden.

Von nun an wich Sie mir nicht mehr von der Seite. Ich brauchte nie eine Leine, und ich brauchte nie, solange sie bei uns war, ein strenges Wort. Sie war der Traumhund schlechthin. Von einem Wesen, das Angst hatte vor Bällen, Stöcken, Gießkannen, Menschen, lauten Geräuschen, usw. hat sie sich zu einem absolut lieben und selbstbewussten Hund entwickelt. Sie hat sich mit allen Hunden und Menschen verstanden. Nichts, absolut nichts war an ihr auszusetzen, was uns die alten Besitzer weismachen wollten. Unsere Nachbarin, die in ihrem 70jährigen Leben Angst vor Hunden hatte, nannte sie "Prinzesschen".

Unser Dicker konnte nur noch wenig Zeit mit ihr verbringen. Aber wenn er Schmerzen hatte, hat Bea ihm das Gesicht geleckt.

Leider durften wir nur noch 4 Jahre mit dieser zauberhaft alten Dame verbringen. Am 02. Juli 2008 ist sie friedlich eingeschlafen.  

Liebe Grüße B. Löwrich